Link

Frage zur Verschuldung der Banken im freien Aktien-Forum

Frage zur Verschuldung der Banken im freien Aktien-Forum

Nachdem mir diverse deutsche TOP-Ökonomen und Bankerinnen auf diese Frage partout keine Antwort geben wollten, stelle ich sie hier mal den free tradern:

Wir haben derzeit extrem niedrige Leitzinsen bei 0,25% seitens der EZB; d.h. Banken können sich von der Zentralbank Kredite fast zum 0-Tarifborgen. Dennoch borgen sich einige europäische Banken lieber Geld von anderen Banken für mehr als 1% aus, bzw emittieren Anleihen um 2,25%. Den einzigen Grund, den ich mir dafür vorstellen kann,ist dass die Banken nicht die Bedingungen erfüllen um sich von der Zentralbank den günstigen geldschöpferischen Kredit um 0,25% zu nehmen, bei emittierten Anleihen und Banken-Investmentzertifikaten jedoch rechtlich das als Aufstockung erlaubt ist. Wie sehen das die Profis hier?

P.S.: Meiner Meinung hat nur Sinn Geld von anderen Banken oder von Anlegern aufzunehmen, wenn die Konditionen eben besser sind als beider EZB. (Bei einem Leitzins von 3% macht es Sinn sich besser über Anleihen oder andere Emissionen mit 2,25% zu finanzieren.)

Hagen:

Geld von der Zentralbank gibt es nur gegen Sicherheiten, und meistens nur recht kurzfristig. Wenn eine Bank Kredite auf 5 oder 10 Jahre vergeben will, sollte sie sich lieber entsprechend langfristig finanzieren; auch wenn das ein wenig teurer ist.

he23:

Das heisst die Geldschöpfung funktioniert nur über kurzfristige Kredite in der €-Zone? Die FED hat in der Krise sehr wohl mehr Geldschöpfung zugelassen und par mittelfristige Anleihen auch für Finanz-dienstleister gezeichnet! Ich weiß ja, dass die Europäer naiv in Finanzangelegenheitensind, aber für so dumm habe ich sie nicht gehalten. Da interveniert ja die SNB mehr frei und die Schweizer sindsicher nicht die Fans von Fiat-Money im großen Stil. Ich mein, wie dumm ist das? In der Krise Steuern erhöhen und frei verfügbares Investitionskapital in die Banken zu pumpen?

Kein Wunder, dass Deflationsgefahr besteht und die Konjunktur nicht anspringt!

Hagen:

Es gab zwar am Höhepunkt der Krise ein paar Ausnahmen (ich glaube 2 Jahre Laufzeit), aber generell sind Zentralbankkredite kurzfristig. Längerfristige Engagements der EZB wären die Staatsanleihenkäufe, die bis jetzt aber durch gegenläufige Geschäfte sterilisiert wurden. Ob diese Sterilisierung zielführend ist, ist innerhalb der EZB umstritten.

he23:

Hagen, ich weiß, dass ich nicht sehr nett, ungehobelt und sarkastisch bin,aber halten sie die derzeitige Vorgehensweise für sinnvoll? Ich mein, die €-Zone ist noch nicht tot, wegen der guten Exportleistungsbilanz in den letzten zwei Jahren, die aber zum Großteil nur auf Konsumverzicht der ganzen Arbeitslosen beruhte. Die Innovationskraft geht zurück, die Arbeitslosigkeit bleibt konstant hoch. Die Ländern weigern sich schnelle Reformen umzusetzen. Irgendwann bald muss man sich entscheiden:

Drucken oder Banken abwickeln, so wie bisher kanns weitere 5-10 Jahre keinesfalls weitergehen!

Hagen:

Ich halte die derzeitige Vorgehensweise für nicht sehr sinnvoll. Das größte Problem der Eurozone ist die schlechte Fiskalpolitik in den meisten Ländern. Das kann man durch die derzeitige lockere Geldpolitik zwar zu einem gewissen Grad zudecken, aber nicht ändern. Eher im Gegenteil – das Zudecken der Probleme lädt zur Fortsetzung des Schlendrians ein. Die Leistungsbilanz sagt mir in erster Linie, daß die Wechselkurse ganz in Ordnung sind und man nicht an dieser Schraube drehen sollte. Die Probleme der Banken sehe ich im Wesentlichen als gelöst an. Jetzt muß man eher aufpassen, nicht durch Überregulieren weit über das Ziel hinauszuschießen und den Sektor so unprofitabel zu machen, daß die Banken lieber freiwillig ihr Geschäft einstellen als sich den Regularien unterzuordnen.

he23:

OK, dieser Meinung bin ich prinzipiell auch, aber verraten sie mir wie man die Regierungen dazu bewegen kann? Wir haben hier in Österreich selbst in der VP inzwischen viele, die lieber die Steuern erhöhen, statt Struktur- und Pensionsreformen durchfühen, die diesen Namen auch verdienen. Die meisten glauben, die Regierung geht diesmal wieder keine Reformen an. Der Frust der 500.000 Arbeitslosen wird bis 2018 noch ordentlich ansteigen.

Agree, aber wie bringt man wieder mehr Leute in Beschäftigung außer mit prekären Minijobs, die eher Therapie-Charakter haben, aber kaum Innovation und Wachstum schaffen?

Sind Sie informiert über die Ergebnisse der EZB-Stresstests? Löcher in Italiens Banken, griechischen Banken fehlt 2,5% des BIPs an Kapital! Ich kann ihnen auch Infos über die deutsche Bank geben, dass selbst dort einiges getürkt ist. Also ich sehe die Probleme der Banken nicht als gelöst an, melodramatisieren möchte ich hier aber auch nicht

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s