Filmidee: “Die Pensionen”

Die Pensionen” stellt den Anspruch an sich ein kritisch zukunftsbewältigernder Film zu sein, ähnlich wie “V wie Vendetta” oder “Brazil“. Er zeichnet ein absolut düsteres Zukunftsszenario, kritisiert sowohl rechts und auch links und soll als Warnung dienen, wohin wir es keinesfalls treiben dürfen.

Ort und Zeit der Handlung spielt in eine Wien der Zukunft, irgendwann zwischen 2050 – 2060. Das Schaubild enthält bekannte Elemente der Stadt nur verzerrt oder modifiziert dargestellt. Passanten sind etwas verwahrloster gekleidet und verwenden dabei mehr unterschiedliche Style von Barock über gepirced, tätowiert, Techno- oder Grufti-Outfit bis hin zur Sportbekleidung. 3 Vagabunden (Clochards) tauchen immer wieder auf, es sind Obdachlose die teils rational, teils irre wirken. Bei jeder Szene, wo diese Nebenrollen auftreten, ruft einer was über Pensionen.


Pensionen


Protagonistin dieses Film ist die Arbeiterin Caroline Karlsplatz. Sie wird während des ganzen Films von anderen stets “Frau Karl” genannt. Caroline wurde mit 13 Vollwaise und kam dann ins Landau-Kapsch Ausbildungsheim. Dort lernte sie die Portiere Dude & Haarp kennen – alte Schlitzohren -, die regelmäßig von allen Auszubildenden was schnorren und ihnen dafür manchmal vor Prüfungen helfen. Caroline lernt dort Nano-Mechatronik, obwohl es in Europa kaum Arbeitsplätze in Fabriken in diesem Beruf gibt. Im verpflichtenden Ethik-Multi-Kulti-Religionsunterricht wird die feministische-multikulturelle Staatsreligion gelehrt. Deren Inhalt ist: Das Leben für alle Menschen aller Kulturen ist leidvoll auf der Welt, aber im Gegensatz zu allen vorherigen Religionen gibt es dank des Staates die Erlösung bereits im Diesseits. Nämlich in der Pension. Allerdings ist es streng verboten Bilder und Berichte vom staatsgöttlichen Pensionsparadies zu verbreiten. Damit aber die jungen Gläubigen eine Vorstellung bekommen, werden ihnen Videos von Luxuspensionisten gegen Anfang des 21. Jahrhunderts gezeigt. (Golf, Kreuzfahrtschiffe, Nobelhotels mit Nobel-Prostituierten). Es wird darauf hingewiesen, dass das Paradies heute noch viel besser und schöner sei als vor 30 Jahren.
Nach abgeschlossener Ausbildung bekommt Caroline eine Stellung bei den european metropolitan lines. (Wiener Linien nur das die U-Bahnen jetzt alle europäischen Städte verbinden.) Allerdings sind alle Verbindungen ins Ausland seit Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt, wegen Verdachts des Transport von Nachkommen von Maidan-Aktivisten. Caroline verabschiedet sich von Dude und Haarp und fragt, wann sie denn in Pension gehen wollen. Die beiden sagen: “Nie, ein alter Ox und ein altes pwny passen da nicht in diese Luxuswelt. Wir schnorren lieber den billigsten Fusel und 1x im Jahr am 5. November auch die neuersten Designerdrogen.” Bei den european metropolitan lines geht es wüst zu. Besonders merkt Caroline, dass die Leute alles machen um früher in Pension zu kommen. So schlägt ein fetterer Alter einen dürren Migranten krankenhausreif, damit dieser durch den Spitalsaufenthalt am nächsten Pensions-Day fehlt und der fette statt ihm in Pension gehen kann. Caroline ist auch eine Wildkatze und schlägert sich teils auch mit anderen Arbeitern. Im Zuge ihrer Arbeit kommen Caroline oft gute Ideen, wie man Dinge verbessern kann. Caroline teilt das Vorarbeitern und Chefs mit, bekommt aber stets als Antwort: “Du des zahlt sich gar nicht aus, weißt wir sind eh bald in Pension!

Irgendwann stirbt der alte Dude. Caroline geht zu seiner Beerdigung am Armenfriedhof (Zentralfriedhof) mit Haarp. Auch ein uralter Grüner mit kantigen Gesicht und 50 Jahre alter Lederjacke und ein noch älterer Herr im Rollstuhl (mit der Aufschrift IV) sind anwesend, sowie die 3. Vagabunden. Diese murmeln vor sich hin: “So ein erfülltes Leben, gelebt bis zum Schluss, dem guten blieb die Pension erspart.” Auf der anderen Seite stehen junge Schüler, die voller Verachtung über den Toten lästern: “So ein Versager, der ist nur a Sandler, wenn er es nicht ins Pensionsparadies geschafft hat.

Caroline arbeitet danach weiter bei den metropolitan lines. Seit neuersten dürfen dort auch Asylanten arbeiten. Die Ministerin für Frauen, Migration und Homosexualität preist das als wichtigen Schritt, weil erst durch staatliche Arbeit das Recht auf Pension besteht. Allerdings werden die farbigen Migranten zu den gefährlichsten Arbeiten eingeteilt. Einer wird dabei schwer verletzt. Frau Karl schenkt dem Asylanten ihre nano-droid Uhr bevor dieser ins Spital gebracht wird, weil dieses gadget hatte sich der verletzte Asylant immer gewünscht, wenn er mal es nach Europa geschafft hatte. Die Ministerin für Frauen, Migration und Homosexualität bedauert diesen Vorfall und erlässt ein neues Frühpensionsgesetz für Leute, die in der Arbeit sehr schwer verletzt wurden. Sie feiert sich selbst als die menschlichste Emanze, weil nun das düstere Zeitalter des Hundstorfer, wo es keine Invaliditätspension mehr gab, endlich vorbei sei. Carolines Arbeitskollegen sind jedoch wütend, dass gerade ein Asylant, der kaum hier gearbeitet hat, als erster in den Genuss dieses neuen Gesetzes kommt. Das Büro für politisch korrekte Meinungsfreiheit bekommt von diesem kleinen Aufruhr Wind. Alle Hetzer müssen sich die Schleife “ich bin männlich, gering qualifiziert und muss zum social skill update” umhängen.

Ein par Tage später wird auf ORF1000 gezeigt, wie der Asylant aus dem Spital zum Flughafen gebracht wird und dort von der Ministerin in die Pension per Luxusjet verabschiedet wird. Caroline hatte aber einst vor vielen Jahren mit Dude und Haarp ein location tracking über Radiofrequenzband Mittelwelle in ihrer nano-droid Uhr eingebaut, das von der NSA nicht gejammt werden kann. Sie will sich ansehen, wo der Asylant jetzt gerade mit ihrer Uhr in Pension ist und sieht mittels trackers, dass sich die Uhr noch immer im Spital befindet. Caroline beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und erkennt, dass es gar kein Pensionsparadies gibt. Die Menschen werden in Wahrheit, solange sie noch leben und nicht zu krank sind, biogenetisch recycled und als biomemetisches Gel nach China verkauft, das Europa im Gegenzug dafür die modernste Nanotechnologie liefert.

Der Film endet mit Carolines Entdeckung und hat damit ein offenes Ende.

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